Herabsetzungsklage: Rechtliche Natur, Gerichtliche Analyse des Nachlass-Konzepts und Berechnungsmethodologie
Eine Herabsetzungsklage ist ein konstituives Verfahren, durch das die Verfügungen des Erblassers, die gesetzliche Pflichtteile verletzen, auf das gesetzlich zulässige Maß begrenzt werden. Bei einer Herabsetzungsklage geht es nicht um die Nichtigkeit der Verfügung, sondern nur um die Ineffektivität des Teils, der den Pflichtteil verletzt. Die komplexeste Phase einer Herabsetzungsklage ist die ordnungsgemäße Bestimmung des Nachlasses (Vermögens). Der Netto-Nachlass wird berechnet, indem Schulden und Ausgaben vom Vermögen des Erblassers zum Zeitpunkt des Todes abgezogen werden; zusätzlich werden Verfügungen, die der Erblasser während seines Lebens tätigt und die herabgesetzt werden können, "auf Rechnung" in den Nachlass einbezogen. Das Festquoten-Herabsetzungsverhältnis-Verfahren bietet eine gerechte Herabsetzung, indem das Verhältnis zwischen dem Betrag, der den Pflichtteil verletzt, und dem Gesamtwert verletzender Verfügungen auf jede Verfügung angewendet wird. Die Reihenfolge der Herabsetzung erfordert das Beginnen mit mortis-causa-Verfügungen und das Fortschreiten zu inter-vivos-Schenkungen (von jüngstem zum ältesten Datum). Dieser Artikel untersucht systematisch die rechtliche Natur von Herabsetzungsklagen, Nachlangsbestimmung, Netto-Nachlass-Berechnung, Festquoten-Herabsetzungsverhältnis, Herabsetzungsreihenfolge und unteilbares Vermächtnis unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs.